Biedermeier Epoche

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Die Biedermeier Zeit vollzog sich nicht in Städten, sondern unter einer idyllischen Natur-Kulisse. Im Vordergrund stand nicht das Denken oder das Handeln, wie bei den Vormärz-Vertretern, sondern das Erleben und Schaffen aus der Natur heraus. Biedermeier-Autoren starteten Forschungsreisen in die Natur. Sie wollten die Natur kennen lernen, sie begreifen und katalogisierten.

Welchen Einfluss die Biedermeier Epoche auf die Literatur hatte, kannst du im folgenden Artikel nachlesen.

Zeitraum ca: 1815-1848

Historische Ereignisse

  • Wiener Kongress 1815
  • Französische Julirevolution 1830, die dem dort ansässigen Bürgertum zur Macht verhalf, gab auch Deutschland den Ansporn, sich gegen die Obrigkeit zu widersetzen.
  • Erste Eisenbahn in Deutschland 1835.
  • Zensur und Einschränkungen ließen junge Autoren radikalisieren.
  • Zahlreiche Proteste und Aufstände.
  • Die beginnende Industrialisierung und die sich anbahnende Entfremdung von der Natur beschäftigte ebenfalls viele Autoren.

Der Vormärz trifft, wie schon die Barockzeit, auf widersprüchliche Umstände. Die Bewältigung von politischen Differenzen und Umbrüchen stand während dieser Epoche im Vordergrund und fand ihren Höhepunkt in der Märzrevolution 1848. Dem gegenüber stand die bekanntere Biedermeier-Zeit. Ihre Vertreter Annette von Droste-Hülshoff, Eduard Mörike und den Gebrüder Grimm zeichneten mit ihren Märchen ein romantischeres Bild des damaligen Deutschlands.

Nach der Zeit um die Kriege gegen Napoleon und der politischen Restauration durch den Wiener Kongress befanden die damaligen Machthaber mittels der Karlsbader Beschlüsse die Verfassungsbewegung und ihre unterstützenden Studenten und Professoren als Demagogen (= Hetzer). Proteste und Aufstände wurden ab diesem Zeitraum gewaltsam unterbunden und wichtige Beteiligte eingesperrt oder vertrieben (darunter auch die Gebrüder Grimm im Jahr 1837). Nach 1840 begann sich die untere Schicht mit dem Weberaufstand 1844 und der Hungerrevolte 1847 zu wehren. Mit dem Weberaufstand 1844 und der Hungerrevolte 1847. Die Märzrevolution im darauffolgenden Jahr 1848 kam also für wenige unerwartet. Sie war nicht nur im rein politischen Sinn eine Umgestaltung, auch Lebensphilosophien, Traditionen und Werte sollten hier umgestaltet werden.

Der wohl entscheidendste und einflussreichste Autor der Biedermeier Zeit war Heinrich Heine (1797-1856). Betitelt als „Überwinder der Romantik“ sorgte er dafür, dass Reiseberichte zu einer bedeutenden literarischen Gattung wurden. Ein kurzer Abschnitt seiner Werke reicht aus um seine Verdienste für die Literatur darzustellen. So war er z.B. für die Augsburger Allgemeine Zeitung als Korrespondent in Paris angestellt und schrieb eine Artikelserie die später in einem Buch unter dem Titel Französische Zustände veröffentlicht wurde. Dieses Werk gilt als ein Meilenstein des Journalismus und als Begründung des Stils eines „Chronisten, der die Gegenwart unmittelbar darstellt“. Heine beschreibt die französische Julirevolution, die als Vorbild für viele Proteste und Aufstände der deutschen Opposition fungieren sollte.

Zentrum der Vormärz-Epoche war das Drängen nach politischer und gesellschaftlicher Veränderung. Der Journalismus wurde für die Deutschen stets wichtiger. Für die Herrscher seiner Zeit war dies ein Dorn im Auge. Diese setzten strengere Zensuren und Maßnahmen gegenüber unliebsamen Autoren um. Die politische Satire war die Antwort darauf. Zensur wurde gekonnt mit ironisch geschriebenen Texten umgangen. Die Literatur der damaligen Zeit schaffte es gesamtheitlich nicht nur, die Politik zu kommentieren, sondern auch einen nicht unbedeutenden Einfluss auf sie zu nehmen. Der Erfolg der ganzen Sache äußerte sich letztendlich nur in Teilen, denn recht schnell wurde die Märzrevolution zerschlagen.

Die Revolutionen dieser Epoche hinterließen ein Deutschland, welches Nationalität und Demokratie getrennt auffasste. Die Politik wurde sich bewusst, dass eine flächendeckende Zensur Aufstände anheizen würde.

Die Industrialisierung sorgte ebenso für ein neues Verständnis. Neue wirtschaftliche Bedingungen schafften neue Möglichkeiten und dazu einen neuen Blick auf Konsum und Ware. All das wurde sowohl mit Euphorie als auch mit großen Bedenken betrachtet.

Doch es war nicht nur Politik und Revolte in dieser Zeit vorhanden. Einige Autoren widmeten ihre Aufmerksamkeit nicht den damaligen Problemen, sondern orientierten sich an den Vorbildern der Romantik und besannen sich zurück auf die Natur. Die parallel verlaufende Biedermeier-Zeit wollte keinen Umsturz. Stattdessen wurde nach dem großen Ganzen gesucht. Protagonisten in der Biedermeier Literatur treten dementsprechend als entpolitisierte und harmoniebedürftige Kleinbürger auf. Heinrich Claurens Erzählung Mimili stellt hierbei eines der ersten Beispiele dar: Dort sucht ein preußischer Offizier fernab der belebten Stadt Paris in den Schweizer Alpen Ruhe, weshalb er sich in eine Almhütte zurückzog. Dort trifft er auf Mimili, eine junge Dame mit guten Botanik-Kenntnissen, in die er sich verliebt. Nach viel tragischer Haupthandlung und unglücklichen Wendungen finden beide am Ende glücklich und zufrieden zueinander.

Niemand wusste, wohin die sich anbahnende Industrialisierung führte. Keiner vermochte vorauszusehen ob die Proteste und Aufstände jemals Erfolg haben würden. Von daher scheint es nur natürlich, dass sich zwei extreme Gruppen herausbilden: Jene, die aktiv am politischen Geschehen teilhaben wollten, und jene, die sich zurück in die alten Zeiten zu flüchten versuchten.

    Auswahl wichtiger Vertreter und ihrer bedeutendsten Werke:

  • Heinrich Heine:
    Reisebilder 1-4 (1826/27 und 1830/31), Die schlesischen Weber (1844),
    Deutschland. Ein Wintermärchen. (1844)
  • Georg Büchner:
    Der hessische Landbote (1834), Dantons Tod (1835), Woyzeck (1836)
  • Heinrich Clauren:
    Mimili (1815/1816)
  • Annette von Droste-Hülshoff:
    Die Judenbuche (1842)
  • Christian Dietrich Grabbe:
    Don Juan und Faust (1828), Napoleon oder Die hundert Tage (1831)
  • Eduard Mörike:
    Gedichte (1838)