{"id":10311,"date":"2018-10-08T15:29:25","date_gmt":"2018-10-08T13:29:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studyhelp.de\/online-lernen\/?page_id=10311"},"modified":"2021-05-14T09:15:20","modified_gmt":"2021-05-14T07:15:20","slug":"erfahrungsbedingte-verhaltensweisen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.studyhelp.de\/online-lernen\/biologie\/erfahrungsbedingte-verhaltensweisen\/","title":{"rendered":"Erfahrungsbedingte Verhaltensweisen"},"content":{"rendered":"<p>Unter Lernen versteht man eine Erweiterung der angebotenen Verhaltensweisen durch Erfahrungen. Obligatorisch f\u00fcr einen Lernprozess ist der Besitz eines Gehirns, indem durch die Neukn\u00fcpfung von Nervenverbindungen Erfahrungen gespeichert und sp\u00e4ter wieder abgerufen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Pr\u00e4gung<\/h2>\n<p>Bei dem Prozess der Pr\u00e4gung werden Lerninhalte in einer sehr kurzen Zeit der Jugend gelernt, die obligatorisch und irreversibel sind. Die Phase, in der diese Pr\u00e4gung m\u00f6glich ist, wird als sensible Phase bezeichnet. Hier werden Merkmale von Objekten gelernt, auf das ein instinktives, angeborenes Verhalten gerichtet werden soll. Man spricht hier auch von einer Objektfixierung.<\/p>\n<p>Besonders wichtig sind die Formen der Nachfolgepr\u00e4gung und die sexuelle Pr\u00e4gung. Die erste ist besonders bei zum Beispiel K\u00fcken wichtig. Die Jungtiere lernen dabei, einem Objekt, welches nach dem Schl\u00fcpfen in ihrer N\u00e4he ist und rhythmische Laute von sich gibt, zu folgen. Normalerweise ist der Sinn dieser Nachfolgepr\u00e4gung die Fixierung eines bestimmten Mutterbildes, damit die Jungen ihrer Mutter immer folgen. Mit Beginn der Geschlechtsreife erlischt die Nachfolgepr\u00e4gung.<\/p>\n<p>Bei der sexuellen Pr\u00e4gung wird der sp\u00e4tere Sexualpartner der Jungtiere als Objekt fixiert. Hierbei geht es in der Regel um arttypische Merkmale. Experimente haben gezeigt, dass meist nur die m\u00e4nnlichen Jungv\u00f6gel diese Art der Pr\u00e4gung durchlaufen. Im Gegensatz zur Nachfolgepr\u00e4gung herrscht bei der sexuellen Pr\u00e4gung eine zeitliche Diskrepanz zwischen der Pr\u00e4gung und der entsprechenden Handlung, da die Tiere bereits gepr\u00e4gt werden, obwohl sie noch keinen ausgepr\u00e4gten Sexualtrieb besitzen.<br \/>\n<\/p>\n<h2>Konditionierung<\/h2>\n<p>Die Konditionierung stellt eine, vor allem in den ersten Lebensjahren sehr wichtige Komponente des Lernens dar. Man unterscheidet zwischen der klassischen und der operanten Konditionierung.<\/p>\n<h3>Klassische Konditionierung<\/h3>\n<p>Bei der Klassischen Konditionierung wird ein Reiz, der urspr\u00fcnglich als neutral und damit keine Reaktion ausl\u00f6send empfunden wurde, mit einem anderen bedingten Reiz verkn\u00fcpft, der eine bestimmte Reaktion ausl\u00f6st. Beide Reize werden so lange aneinander gekoppelt, bis der ehemals neutrale Reiz zu einem bedingten Reiz wird und dann auch alleine die gleiche Reaktion ausl\u00f6st, wie der andere bedingte Reiz. Dabei unterscheidet man anhand der ausl\u00f6senden Reaktion drei verschiedene Formen:<\/p>\n<div class=\"box info\">\n<strong>L\u00f6st der bedingte Reiz&#8230;<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>einen Reflex aus, spricht man von einem bedingten Reflex. Hierbei ist eine Kontiguit\u00e4t der Kopplung von dem neutralen und dem bedingten Reiz wichtig, also eine enge zeitliche Darbietung.<\/li>\n<li>ein bedingtes Appetenzverhalten aus, so spricht man von einer bedingten Appetenz. Hierbei handelt es sich um ein Lernen aus guten Erfahrungen, meist auf Grundlage einer Antriebsbefriedigung.<\/li>\n<li>ein Vermeidungsverhalten aus, um zum Beispiel einer schlechten Erfahrung zu entgehen, so spricht man von einer bedingten Aversion. Hier reicht oft bereits eine einzige Kopplung von dem neutralen Reiz und dem bedingten Reiz, damit der neutrale Reiz zu einer bedingten Aversion wird.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<h3>Operante Konditionierung<\/h3>\n<p>Bei der Operanten Konditionierung wird ein Verhalten nicht aufgrund eines Reizes gelernt, sondern durch eine Verhaltensweise eines Lebewesens. Hierbei k\u00f6nnen also ganze Verhaltensweisen entweder erlernt werden (bedingte Aktion) oder unterbunden werden (bedingte Hemmung). Wichtig ist hier die Kopplung eines Verhaltens mit einer positiven oder negativen Konsequenz. Die Intensit\u00e4t, Dauer und H\u00e4ufigkeit dieser Konsequenz entscheidet dar\u00fcber, ob das neue Verhalten schnell oder langsam gelernt\/vermieden wird.<br \/>\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter Lernen versteht man eine Erweiterung der angebotenen Verhaltensweisen durch Erfahrungen. 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