{"id":18333,"date":"2024-11-13T12:20:50","date_gmt":"2024-11-13T11:20:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.studyhelp.de\/online-lernen\/?page_id=18333"},"modified":"2024-11-13T12:20:50","modified_gmt":"2024-11-13T11:20:50","slug":"bilanzierung-des-vermoegens","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.studyhelp.de\/online-lernen\/bilanzierung-des-vermoegens\/","title":{"rendered":"Bilanzierung des Verm\u00f6gens"},"content":{"rendered":"<h2>Allgemeine Grunds\u00e4tze<\/h2>\n<p>Zum Jahresabschluss sind <b>alle Verm\u00f6gensteile und Schulden<\/b> zu bewerten. Die Bewertung bzw. Bilanzierung, das bedeutet die Bestimmung des Wertansatzes f\u00fcr den einzelnen Verm\u00f6gens- und Schuldposten, kann sich in entscheidendem Ma\u00dfe auf den Jahresgewinn (oder Jahresverlust) auswirken. Ein <em>Mehr<\/em> oder <em>Weniger<\/em> im Wertansatz hat ein gleiches <em>Mehr<\/em> oder <em>Weniger<\/em> an Gewinn oder Verlust zur Folge.<\/p>\n<div class=\"box info\"><br \/>\nFolgende <strong>Grunds\u00e4tze<\/strong> sind dabei zu beachten:<\/p>\n<ul>\n<li>Periodengerechte Abgrenzung (Aufwendung &#038; Ertr\u00e4ge)<\/li>\n<li>Vollst\u00e4ndigkeit &#038; Richtigkeit<\/li>\n<li>Klarheit &#038; \u00dcbersichtlichkeit<\/li>\n<li>Einzelbewertung (von Verm\u00f6gen und Schulden)<\/li>\n<li>Vorsichtsprinzip<\/li>\n<\/ul>\n<\/div><br \/>\n<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.studyhelp.de\/online-lernen\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/BilanzierungVermoegen.jpg\" alt=\"\" width=\"621\" height=\"316\" class=\"alignnone size-full wp-image-18335\" \/><br \/>\n<br \/>\nIm Rahmen der Inventur muss die DriLa GmbH zur Aufstellung des Inventars und der Bilanz Verm\u00f6gen und Schulden bewerten. Bewerten hei\u00dft entscheiden, mit welchen Geldwerten die einzelnen Verm\u00f6gensteile und Schulden zu inventarisieren oder zu bilanzieren sind. Schwierigkeiten bereitet die Bewertung vor allem bei solchen Wirtschaftsg\u00fctern, die Preisschwankungen oder Wertminderungen (z.B. wird das Anlageverm\u00f6gen abgenutzt) unterliegen. Die festgelegten Werte gehen in den Jahresabschluss ein, welcher aus der Bilanz, GuV-Rechnung sowie dem Anhang besteht. Mit diesen Bestandteilen des Jahresabschlusses soll das eigene Unternehmen und auch au\u00dfenstehende Dritte (Kapitalgeber, Finanzverwaltung, Belegschaft etc.) \u00fcber<\/p>\n<ul>\n<li>die <strong>Verm\u00f6genslage<\/Strong>,<\/li>\n<li>die <strong>Ertragslage<\/strong> und <\/li>\n<li>die <strong>Finanzlage<\/strong> informiert werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Daher ist zu beachten, dass ein den tats\u00e4chlichen Verh\u00e4ltnissen entsprechendes Bild vermittelt und eine zu hohe oder zu niedrige Bewertung vermieden wird. <\/p>\n<p>Eine zu hohe Bewertung des Verm\u00f6gens und zu niedrige Bewertung der Schulden k\u00f6nnte die Gl\u00e4ubiger und Kapitalgeber zu falschen Entscheidungen veranlassen. Jedoch ist zu beachten, dass eine zu niedrige Bewertung des Verm\u00f6gens und eine zu hohe Bewertung der Schulden wegen des geringeren steuerpflichtigen Gewinns gegen die Interessen der Finanzverwaltung verst\u00f6\u00dft. Die Bewertungsentscheidungen m\u00fcssen daher im Rahmen der handels- und steuerrechtlichen Vorschriften erfolgen.<\/p>\n<p>Bei der Bewertung von Verm\u00f6gen und Schulden sind folgende allgemeine <strong>Bewertungsgrunds\u00e4tze<\/strong> zu beachten (vgl. \u00a7 252 HGB).<br \/>\n<br \/>\n<strong>Vorsichtsprinzip<\/strong><br \/>\n<br \/>\nEs sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste im Jahresabschluss zu ber\u00fccksichtigen, um einen zu hohen Verm\u00f6gens- und einen zu niedrigen Schuldenausweis zu vermeiden. Demnach d\u00fcrfen Gewinne infolge von Wertsteigerungen nur dann ber\u00fccksichtigt werden, wenn sie am Abschlusstag realisiert sind (Realisationsprinzip).<\/p>\n<p><strong>Beispiel:<\/strong> <em>Ein Grundst\u00fcck der DriLa GmbH mit einem Anschaffungswert von 100.000,00 \u20ac und einem Verkehrswert von 130.000,00 \u20ac darf nicht mit 130.000,00 \u20ac angesetzt werden, weil 30.000,00 \u20ac Wertsteigerung nicht realisiert sind. Erst wenn die DriLa GmbH das Grundst\u00fcck verkauft, erfolgt die Realisierung.<\/em><\/p>\n<p>Drohende Wertverluste m\u00fcssen dagegen ber\u00fccksichtigt werden, obwohl sie noch nicht eingetreten sind. Wegen der unterschiedlichen Behandlung nicht realisierter Gewinne und Verluste wird auch vom <em>Imparit\u00e4tsprinzip<\/em> (Ungleichheit) gesprochen.<br \/>\n<br \/>\n<strong>Anschaffungsprinzip<\/strong><br \/>\n<br \/>\nDas Anschaffungsprinzip wird bei der Bewertung des Verm\u00f6gens zugrunde gelegt. Die Verm\u00f6gensgegenst\u00e4nde sind h\u00f6chstens mit ihren Anschaffungskosten zu bewerten. Die Anschaffungskosten bilden die Wertobergrenze, auch wenn am Bilanzstichtag der Wert \u00fcber den Anschaffungskosten liegt.<\/p>\n<p><strong>Beispiel:<\/strong> <em>Der Anschaffungswert eines Grundst\u00fccks der DriLa GmbH, welches im Oktober gekauft wurde, betrug 80.000,00\u20ac. Am Bilanzstichtag betr\u00e4gt der Marktpreis 96.000,00 \u20ac. Der Wertansatz im Inventar und in der Bilanz muss zum Anschaffungswert von 80.000,00 \u20ac erfolgen. Die Differenz zum Marktpreis betr\u00e4gt zwar 16.000,00 \u20ac, aber dies stellt noch keinen realisierten Gewinn dar, da dieser nicht ausgewiesen werden darf.<\/em><\/p>\n<p>Unter <b>Anschaffungskosten<\/b> ist der Wert zu verstehen, den ein Betrieb zur Beschaffung eines Wirtschaftsgutes (gilt f\u00fcr Anlageg\u00fcter) aufwenden muss, um es in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen (vgl. \u00a7 255 Abs. 1 HGB). Zu den Anschaffungskosten z\u00e4hlen somit auch die <b>Anschaffungsnebenkosten<\/b> wie z.B. Fracht, Rollgeld, Transport, Verpackungen und bei Anlagen z.B. die Kosten der Montage oder des Anschlusses.<br \/>\n<br \/>\n<strong>Niederstwertprinzip<\/strong><br \/>\n<br \/>\nBeim <b>Umlaufverm\u00f6gen<\/b> gilt das strenge Niederstwertprinzip. Liegt der Tageswert (B\u00f6rsen- oder Marktpreis) zum Bilanzstichtag unter dem Anschaffungswert oder dem vorherigen Wertansatz in der Bilanz, liegen auszuweisende nicht realisierte Verluste vor. Demnach muss das Verm\u00f6gen zum niedrigeren Wert ausgewiesen werden. Das strenge Niederstwertprinzip gilt nur f\u00fcr Gegenst\u00e4nde des Umlaufverm\u00f6gens.<\/p>\n<p><strong>Beispiel:<\/strong> <em>Der Anschaffungswert einer Gussmaschine betr\u00e4gt 15.000,00 \u20ac. Aufgrund der am Bilanzstichtag vorliegenden Angebotspreisliste f\u00fcr das folgende Gesch\u00e4ftsjahr wird die Gussmaschine f\u00fcr 12.500,00 \u20ac angeboten. Hier ist nun der niedrigere Wert von 12.500,00 \u20ac am Bilanzstichtag auszuweisen und als Wertansatz in die Bilanz zu \u00fcbernehmen (vgl. 253 Abs. 3 HGB).<\/em><br \/>\n<br \/>\n<strong>H\u00f6chstwertprinzip<\/strong><br \/>\n<br \/>\nDas H\u00f6chstwertprinzip gilt bei der Bewertung von <b>Verbindlichkeiten<\/b>. Wie beim Niederstwertprinzip gilt auch hier das Imparit\u00e4tsprinzip. Drohende Verluste und ungewisse Verbindlichkeiten m\u00fcssen ausgewiesen werden.<\/p>\n<p><strong>Beispiel:<\/strong> <em>Die DriLa GmbH kaufte am 21. Oktober Waren im Wert von 40.000,00 USD. Zahlungsziel: 50 Tage, zum Kurs von 1,20 USD f\u00fcr 1 \u20ac. Am 31. Dezember (Stichtag) steht der Dollarkurs bei 1,15 USD f\u00fcr 1 \u20ac.<\/em><\/p>\n<p>Da die Verbindlichkeiten mit ihrem R\u00fcckzahlungsbetrag anzusetzen sind, m\u00fcssen sie aus Vorsichtsgr\u00fcnden am 31. Dezember zum Kurs von 1,15 USD f\u00fcr 1 \u20ac bewertet werden. In der Bilanz wird daher die Verbindlichkeit mit 34.782,61 \u20ac ausgewiesen (H\u00f6chstwertprinzip: Da die Bewertung mit 1,20 USD nur 33.333,33 \u20ac betragen w\u00fcrde).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Allgemeine Grunds\u00e4tze Zum Jahresabschluss sind alle Verm\u00f6gensteile und Schulden zu bewerten. Die Bewertung bzw. Bilanzierung, das bedeutet die Bestimmung des Wertansatzes f\u00fcr den einzelnen Verm\u00f6gens- und Schuldposten, kann sich in entscheidendem Ma\u00dfe auf den Jahresgewinn (oder Jahresverlust) auswirken. 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