Ausbildung

Nach dem Abi – erst mal Geld verdienen?!

Was bedeutet Ausbildung?

Denn Ausbildung heißt zunächst einmal, dass ihr direkt die Chance habt, euer eigenes Geld zu verdienen. Denn im Gegensatz zum Studium, bekommt ihr für die Ausbildung die sogenannte „Ausbildungsvergütung“. Diese variiert von Beruf zu Beruf, reicht aber meistens dazu aus, alle gängigen Kosten zu decken.

Des Weiteren ist die Ausbildung, im Gegensatz zu der Schule sehr praxisorientiert, da man  in einem Ausbildungsbetrieb arbeitet und dort neu gewonnene Inhalte direkt anwenden kann. Zudem lernt ihr, anders als beim Abitur, fachbezogene Inhalte, die euch mehr interessieren und die im Idealfall direkt zu dem im Betrieb Gelernten passen. Natürlich müsst ihr auch zur Berufsschule gehen, die euch vom Ablauf sehr an eure Schule erinnern wird, jedoch habt ihr entweder nur zwei Mal die Woche Unterricht oder Blockunterricht – das heißt auf eine sechswöchige Praxisphase folgt eine sechswöchige Schulphase – das wird aber von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich gehandhabt.

Zudem habt ihr in der Ausbildung einen geregelten Ablauf. Das heißt, ihr steht morgens auf, geht zur Arbeit und wenn ihr abends Feierabend habt, dann habt ihr auch wirklich frei. Es warten keine Hausaufgaben mehr auf euch, oder Referate, die vorbereitet werden müssen. Denn der Betrieb ist verpflichtet, euch dafür Arbeitszeit zur Verfügung zu stellen.

Strukturen während der Ausbildung

Im Gegensatz zu Universitäten, die nicht überall zu finden sind, gibt es ein Unternehmen, welches deinen Ausbildungsberuf anbietet, bestimmt ganz in deiner Nähe, sodass du nicht unbedingt umziehen musst und in deiner gewohnten Umgebung bleiben kannst.

Außerdem gibt es nach der Ausbildung meistens die Möglichkeit der Übernahme im Betrieb, sodass man nicht erst wieder bei null anfangen und sich einen neuen Job suchen muss. Das Gute bei der Übernahme: Du kennst die Strukturen und Leute und musst dich nicht direkt neu einarbeiten. Zudem habt ihr bei der Ausbildung sehr oft die Möglichkeit, viele Zusatzqualifikationen zu erwerben – zum Beispiel durch E-Seminare oder innerbetriebliche Fortbildungen.

Die Ausbildungsstrukturen sind in den meisten Berufen und Betrieben sehr ähnlich:

Du beginnst die Ausbildung zum 01.08. oder 01.09. eines jeden Jahres. Die meisten Betriebe organisieren in der ersten Woche eine „Einführungswoche“, sodass ihr euch im Lehrjahr untereinander besser kennenlernen könnt. In dieser Woche macht ihr viele Workshops und Übungen, die euch auf die Ausbildung und die damit verbundenen Inhalte vorbereiten sollen. Außerdem gibt es viele Teambuildingmaßnahmen, sodass ihr zusammen viel Spaß haben werdet.

Nach knapp 1,5 Jahren steht die Zwischenprüfung an. Die Teilnahme daran ist in vielen Bereichen Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung. Die Zwischenprüfung ist meistens nur schriftlich und findet an einem Tag statt. Für die Zwischenprüfung erhaltet ihr eine Note, die in manchen Berufen schon zur Abschlussnote zählt. Dementsprechend solltet ihr euch auch dabei anstrengen.

Am Ende der Ausbildung steht die Abschlussprüfung. Diese ist unterteilt in einen mündlichen und einen schriftlichen Teil. Der schriftliche Teil geht meistens über zwei Tage und umfasst die Hauptfächer aus der Berufsschule (z.B.: Rechnungswesen oder Ökonomie, je nach Beruf).

In der mündlichen Prüfung, die meistens erst zwei bis drei Monate nach der schriftlichen Prüfung erfolgt, geht es darum, eine berufsspezifische Situation nachzustellen. Meist handelt es sich dabei um ein Verkaufsgespräch oder eine praktische Designarbeit. Direkt im Anschluss an die mündliche Prüfung erhaltet ihr eure Note und erfahrt somit auch, ob ihr bestanden habt oder nicht.

Wenn ihr euch im Vorfeld dazu entschieden habt, nicht im Betrieb zu bleiben, so enden eure Ausbildung und Beschäftigung mit Bestehen der Abschlussprüfung. Ihr braucht am Tag danach nicht mehr zur Arbeit zu gehen – auch nicht, wenn die Prüfung mitten im Monat liegt.

Solltet ihr jedoch bei eurem Betrieb bleiben, so geht ihr am nächsten Tag ganz normal zur Arbeit und erhaltet für diesen Monat sogar schon anteilig „richtiges Gehalt“. Nach der Ausbildung bekommt ihr eine Stelle im Unternehmen zugewiesen. Von dieser aus könnt ihr dann durch gute Leistungen und verschiedene Seminare aufsteigen und euch hocharbeiten. Manche Unternehmen bieten Azubis mit guten Noten auch an, auf Firmenkosten zu studieren oder eine Zusatzausbildung zu beginnen. Das müsst ihr mit eurem Betrieb aber direkt absprechen.

Zur Bewerbung

Mittlerweile sind Ausbildungen immer beliebter geworden, sodass die Plätze in manchen Berufen schnell vergeben sind. Damit ihr eine faire Chance habt, solltet ihr euch frühzeitig bewerben. Für große Firmen solltet ihr euch ein Jahr im Voraus bewerben, bei kleineren Firmen reicht meistens ein halbes Jahr. Fragt aber auf jeden Fall noch einmal in der Firma nach!

Um einen Überblick zu erhalten, was alles in eine Bewerbung gehört, haben wir alles für euch zusammengestellt.

1. Deckblatt

Auf dem Deckblatt sollte ein Foto von euch zu sehen sein, die Adresse der Firma, und der Beruf oder die Stelle, auf die ihr euch bewerben wollt.

2. Anschreiben

Ihr solltet auf jeden Fall auf die Formalien achten. Rechtschreibung und Zeichensetzung müssen fehlerfrei sein. Beschreibt euch, was ihr gemacht habt und wieso ihr der/die Richtige für diesen Job seid.

Hier seht ihr ein Musterschreiben, an welchem ihr euch orientieren könnt:

ausbildung-musterbewerbung
3. Lebenslauf

Der Lebenslauf untergliedert sich in folgende Punkte:

  1. Allgemeines: Name, Anschrift, Email, Telefon
  2. Schulischer Werdegang: Welche Schulen, mit welchem Abschluss und mit welcher Note
  3. beruflicher Werdegang: Falls ihr schon neben der Schule gearbeitet habt
  4. Praktika: könnt ihr Praktika vorweisen? Wenn ja, wo?
  5. Außerschulische Qualifikationen: Umgang mit Office, Führerschein, Sprachen, etc.

Hier seht ihr einen Musterlebenslauf, an welchem ihr euch orientieren könnt:

Ausbildung Musterlebenslauf
4.Anhänge

Zu den Anhängen gehören Abiturzeugnisse, Praktikumsbescheinigungen und andere Bescheinigungen, die euren Lebenslauf bestätigen (Arbeitszeugnisse, Learnletter, etc.).

Welche Ausbildung ist die richtige?

Jetzt wo ihr wisst, wie eine Ausbildung abläuft, welches die Vorteile sind und wie ihr euch dafür bewerben könnt, stellt sich nur noch die Frage: Für welchen Ausbildungsberuf entscheide ich mich?
Auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit könnt ihr einen Test machen, der mit euren Eigenschaften und Interessen arbeitet und den für euch idealen Beruf vorschlägt.

Es gibt aber bestimmt auch Ausbildungsmessen oder Veranstaltungen von Firmen in eurer Nähe, auf denen diese ihr Unternehmen und ihre Berufe und Ausbildungen vorstellen. Diese Messen sind immer eine gute Möglichkeit für einen ersten Einblick und Kontakt. Wenn ihr mit euren Freunden hingeht macht es bestimmt auch direkt doppelt Spaß.

Wir wünschen viel Erfolg bei der Suche!