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Die Welt des E-Commerce dreht sich jedes Jahr schneller: Künstliche Intelligenz beeinflusst bereits heute, wie wir Online-Shops aufbauen und entwickeln. Chatbots schreiben unsere Produkttexte, KI-Systeme personalisieren unsere Kaufangebote in Echtzeit, automatisierte Code-Generatoren machen Programmieren schneller. Für Studierende bedeutet das, dass die Spielregeln sich immer schneller ändern. Wer jetzt einsteigt, muss sich neben den Programmierkenntnissen auch das Know-how, mit KI-Tools zu arbeiten aneignen und sich ständig neuen Entwicklungen anpassen.
Viele Studenten sehen Remote Arbeit als Standard an. Entgegen dieser weit verbreiteten Annahme ist Remote Arbeit im Jahr 2026 nicht mehr der Selbstläufer, wie zu Pandemiezeiten. Somit ist hybrides Arbeiten mit zwei bis drei Büro-Tagen pro Woche eine häufige, neue Regel.
Für einige Unternehmen und Onlineshop Agenturen wie beispielsweise 8mylez ist Remote Arbeit hingegen Teil ihrer Strategie. Das Unternehmen erklärt: “Unser Ziel ist es, das bestmögliche Know-How in die Projekte unserer Kunden fließen zu lassen. Daher suchen wir neben lokalen Mitarbeitern auch deutschlandweit nach den besten Talenten!”. Das gilt vor allem in der Tech-Branche und bei spezialisierten E-Commerce-Dienstleistern. Diese Freiheit hat für Bewerber allerdings auch seinen Preis, denn der Wettbewerb ist viel härter. Musstest du dich früher nur gegen die lokalen Mitbewerber durchsetzen, bewirbst du dich bei Remote-Stellen gegen Bewerber aus ganz Deutschland, Europa und teilweise sogar weltweit. Vollständige Jobs im Home Office sind daher mittlerweile seltener geworden und meist Seniorstellen vorbehalten. Wichtig ist, die Arbeit aus dem Home Office nicht als Selbstverständlich zu betrachten, denn neben vielen mittelständischen Unternehmen haben auch große Konzerne wie Meta ihre Richtlinien für die Arbeit im Home Office verschärft und ihre Mitarbeiter wieder aus dem Home Office ins Büro gerufen.
E-Commerce ist längst keine Nische mehr, sondern ein Milliardenmarkt! Im Gegensatz zur allgemeinen Webentwicklung bist du hier auf ein sehr konkretes Gebiet spezialisiert. Du baust keine Webseiten, sondern deutlich komplexere Systeme, die teilweise viele tausend Transaktionen am Tag abwickeln, mit Paymentanbietern kommunizieren und die Lagerverwaltung steuern. Durch das breite Tätigkeitsfeld sind E-Commerce-Entwickler besonders gefragt.
Als E-Commerce-Entwickler kannst du zum Beispiel folgendes lernen:
Aber auch im E-Commerce gibt es verschiedene Schwerpunkte, abhängig davon, welche Bereiche dir am meisten Freude bereiten und welcher individuelle Bedarf im Unternehmen besteht. Mit modernen Shopsystemen wie Shopware kannst du richtig tief in die Technik einsteigen und richtig anspruchsvolle Projekte umsetzen. Hier entwickelst du keine statischen Seiten, sondern dynamische, skalierbare Plattformen.
E-Commerce-Entwicklung bedeutet vor allem, dass Du an lebenden Systemen arbeitest. Zwar werden Anpassungen zunächst in Entwicklungsumgebungen durchgeführt und getestet, irgendwann kommt jedoch der Zeitpunkt, an die Änderungen ins Livesystem gelangen. An diesem Punkt ist ein Monitoring wichtig, um Fehler frühzeitig aufzudecken.
Ein Online-Shop ist damit nie „fertig“, sondern verändert sich ständig. Preise werden angepasst, Produkte kommen hinzu oder verschwinden, Marketingkampagnen gehen live, rechtliche Anforderungen ändern sich, neue Schnittstellen müssen angebunden werden. Die eigene Arbeit hat dabei oft sehr direkte Auswirkungen auf das Einkaufserlebnis der Kunden und damit auch auf den Umsatz.
Im Alltag gilt allerdings, dass du selten alles neu baust. Meist arbeitest du in bestehenden Systemen, entwickelst Funktionen weiter, behebst Fehler oder verbesserst Abläufe. Größere Einschnitte entstehen vor allem durch Relaunches, also wenn ein Shop technisch völlig neu aufgesetzt wird oder es große Updates vom Shopsystem gibt. Solche Projekte sind anspruchsvoll, weil viele Themen gleichzeitig zusammenkommen und Fehler unmittelbare Folgen haben können.
Gerade bei Relaunches ist eine ordentliche Abstimmung entscheidend. Du arbeitest dabei eng mit anderen Abteilungen zusammen wie beispielsweise Projektmanagement, Design oder Marketing, aber auch anderen technischen Abteilungen. Technische Entscheidungen haben oft fundamentale Auswirkungen auf Reichweite und Umsatz und genau das macht diese Projekte so relevant.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kommunikation. Es geht nicht nur darum, etwas technisch korrekt umzusetzen, sondern zu verstehen, warum etwas gebraucht wird. Gute E-Commerce-Entwickler denken nicht nur in Code, sondern in Lösungen, die zum Geschäftsmodell passen.
Ein guter E-Commerce-Entwickler bringt außerdem die Fähigkeit mit, sich immer wieder in Neues einzuarbeiten. Shopsysteme entwickeln sich weiter, Anforderungen ändern sich, neue Tools kommen hinzu. Dabei erwartet niemand, dass du alles sofort kannst. Erwartet wird aber, dass du lernbereit bist und Verantwortung für dein eigenes Wissen übernimmst, da sich die digitale Welt schnell dreht. Dafür musst Du kein Technik-Wunder sein, sondern Neugier, Ausdauer und die Bereitschaft mitbringen, denn komplexe Zusammenhänge von Systemen Schritt für Schritt zu verstehen, ist oft wichtiger als perfektes Vorwissen. Wer diese Haltung mitbringt, wächst im E-Commerce häufig schneller, als er es selbst erwartet.
Nach dem Studium oder während der Studienzeit hast du als angehender E-Commerce-Entwickler die Wahl zwischen Agentur oder Corporate. Beide Optionen besitzen Vor- und Nachteile, und deine Entscheidung hat großen Einfluss auf den Verlauf deiner Lernkurve.
In einer E-Commerce-Agentur arbeitest du normalerweise an mehreren Kundenprojekten gleichzeitig, sodass du in kurzer Zeit viele verschiedene technische Setups und Branchen kennenlernst. Während der eine Kunde Mode verkauft, vertreibt der andere B2B-Industrieprodukte und der dritte betreibt einen Marktplatz.
Der Vorteil in der Agentur-Arbeit liegt damit ganz klar in deiner Lernkurve und der Abwechselung. Deine tägliche Herausforderung besteht darin, dich schnell in verschiedene Setups einzuarbeiten und unterschiedlichste Probleme kreativ zu lösen. Projektphasen können dabei allerdings hektischer und Deadlines enger gesteckt sein, sodass die Struktur deines Arbeitsalltags maßgeblich von der Arbeitsqualität der Projektmanager beeinflusst wird. Aufgrund der begrenzten Kontingente der Kunden wirst du dich in Architekturen nicht in gleichem Tiefgang einarbeiten können, wie auf Corporate-Seite.
In einem Unternehmen wirst du typischerweise den eigenen Shop weiterentwickeln. Das bedeutet, du arbeitest Jahre an derselben Codebasis, lernst sie damit in- und auswendig und kannst sie über Jahre hinweg optimieren. Du siehst, wie sich Entscheidungen über Jahre hinweg auswirken und lernst, nachhaltig zu entwickeln.
Auf Corporate-Seite hingegen erwartet dich ein langsamerer Lernprozess, weil du häufig nur ein System kennst, wodurch deine technologische Breite eingeschränkter ist. Du hast allerdings die Möglichkeit, ein deutlich besseres Gespür für Tiefe und Perfektion der Optimierung des Onlineshops zu entwickeln.
KI als Hilfe und nicht als Feind
Die meisten Menschen arbeiten mittlerweile mit KI-Unterstützung. GitHub Copilot, ChatGPT, spezialisierte Code-Assistenten sind dabei Standard in vielen Entwickler-Workflows. Das heißt nicht, dass die KI Entwickler vollständig ersetzt. Im Gegenteil! KI macht dich produktiver, aber nur wenn du auch begreifst, was der generierte Code überhaupt macht. E-Commerce-Entwickler verwenden KI, um Boilerplate-Code zu generieren, um Bugs zu finden, um Dokumentation zu schreiben. Aber die komplexen Architekturentscheidungen, die Performance-Optimierung, das übergreifende Verständnis für Business-Logik bleibt menschlich. Nutze KI, um schneller zu werden und nicht um Wissen zu ersetzen.
Wer E-Commerce-Entwicklung ernsthaft lernt und beherrscht, muss weder Angst vor KI haben noch vor einem übersättigten Markt, denn Expertise wird weiterhin gefragt bleiben. Entscheidend ist der eigene Antrieb, wirklich gut werden zu wollen.
Du musst kontinuierlich lernen, dich in komplexe Shopsysteme, Schnittstellen und Geschäftslogiken einarbeiten und bist je nach Unternehmen hybrid oder vor Ort eingebunden. Home Office ist kein Selbstläufer, aber: Je mehr Arbeitserfahrung du hast, desto größer werden die Spielräume auch für Remote-Arbeit. Der Markt entscheidet hier weniger nach Wunsch, sondern nach nachgewiesenem Können.
Für Studierende mit Interesse an Programmierung kann E-Commerce ein sehr solider Einstieg sein. Und auch für Quereinsteiger bietet der E-Commerce-Bereich spannende Karrieremöglichkeiten.