Beitrag erstellt: April 16, 2026

Kreditkarten und Girocards: So verwendest du sie richtig

Mit Geld spielt man nicht, mit Kreditkarten und Girocards erst recht nicht. Schüler:innen und Studierende sind jedoch gerade erst dabei, den „erwachsenen“ Umgang mit Geld zu lernen. Für eine Starthilfe ohne böse Überraschungen braucht es daher einen Leitfaden, um das richtige Konto mit zugehörigen Bezahlkarten auszusuchen. Wir spielen kurz Finanzberater (ohne Lizenz) und werfen mit dir einen Blick in die Bezahlkarten und ihre Nutzung.

Alle Karten auf den Tisch: Welche Bezahlkarten gibt es überhaupt?

Bezahlkarten gibt es viele: Grob unterscheiden lassen sie sich in Girocards, Debitkarten, Kreditkarten und Prepaid-Karten. Merk dir einfach, dass sich die Karten vorrangig durch die Art und den Zeitpunkt der Kontoabbuchung unterscheiden:

  • Girocard: Die Girocard ist das Herzstück deines Girokontos und direkt damit verknüpft. Zahlungen werden unmittelbar von deinem Konto abgebucht, weshalb sie – wie eine Debitkarte – nach dem Guthabenprinzip funktioniert. In Deutschland ist sie weit verbreitet und wird sowohl zum Bezahlen im Handel als auch zum Geldabheben genutzt. Für den Einsatz im Ausland ist ihre Nutzung jedoch eingeschränkt: Früher wurde sie häufig mit Maestro oder V-Pay kombiniert, diese Systeme werden jedoch nach und nach eingestellt. Deshalb setzen viele Banken heute zusätzlich oder alternativ auf internationale Debitkarten von Visa oder Mastercard, die weltweit akzeptiert werden.
  • Debitkarte: Auch bei Debitkarten gehen Zahlungen sofort oder zeitnah von deinem Konto ab. Hier findest du meist Debitkarten unter Begriffen wie Visa Debit und Debit Mastercard, die auch im Ausland fast überall akzeptiert werden.
  • Kreditkarte: Kreditkarten bieten dir einen Kreditrahmen. Das bedeutet, die Bank schießt dir Beträge für bargeldlose Kreditkartenzahlungen vor und bucht diese später gesammelt von deinem Konto ab. Hier ist es wichtig, auf teure Überziehungszinsen oder Zinsen bei Teil- und Ratenzahlungen zu achten, wenn Beträge nicht vollständig beglichen werden. Viele Kreditkarten wie Visa und Mastercard werden weltweit für bargeldloses Zahlen anerkannt.
  • Prepaid-Karte: Prepaid-Karten funktionieren nach dem Guthabenprinzip. Du kannst also nur so viel ausgeben, wie du vorher auf die Karte geladen hast. Sie ist meist mit deinem Konto verknüpft, um von diesem Guthaben aufzuladen. Überziehen und Verschuldung ist somit ausgeschlossen.
  • Prepaid-Karte: Viele Banken bieten dir Premium-Funktionen für dein Konto, inklusive Premiumkarten wie Gold- oder Platinum-Status. Leistungspakete für Premium-Kund:innen umfassen oft kostenloses Geldabheben weltweit, Versicherungspakete und persönliche Beratung rund um die Uhr.

Welche Karten gibt es speziell für Studierende?

Im Studium ist das Geld meist knapp und will sorgfältig organisiert werden. Die meisten Banken sind zum Glück studierendenfreundlich und bieten dir ein kostenloses Studierendenkonto. Perfekt, um Finanzkompetenz zu lernen und beim Studium Geld zu sparen. Zum Leistungsumfang gehören meist neben der kostenlosen Debitkarte auch Online-Banking, ein Dispokreditrahmen sowie je nach Anbieter eine optionale Girocard oder Prepaid-Karte. Die kostenlose Option beim Girokonto gilt meist bis zum 28. Lebensjahr oder ab einem Mindestgeldeingang von etwa 700 bis 1.000 Euro.

Gibt es auch Bezahlkarten für Schüler:innen?

Mit Einwilligung der Eltern können auch Schüler:innen ab dem 7. Lebensjahr ein Girokonto als kostenloses Guthaben-, Taschengeld- oder Sparkonto eröffnen. Die volle Verfügungsmacht haben Kinder dann ab Volljährigkeit, während das Konto bis zu diesem Zeitpunkt von Eltern treuhänderisch verwaltet und über das eigene Online-Banking kontrolliert wird.

Mit inbegriffen ist häufig eine Girocard oder eine Debitkarte – mit der Einschränkung, dass das Konto nicht überzogen werden kann, um Verschuldung vorzubeugen. Bargeldloses Bezahlen sowie Abheben und Einzahlen sind jedoch möglich. Zusätzlich können aufladbare Prepaid-Karten oder mobiles Bezahlen per App dabei sein. Vorteilhaft ist diese Form der Bezahlkarte vor allem für eine frühe Finanzkompetenz sowie für Klassenfahrten oder Schüleraustausch.

Die wichtigsten Karten für Auslandsaufenthalte

Wenn es dich für ein oder zwei Semester ins Ausland zieht, dann bitte nicht ohne Debitkarte oder Kreditkarte – im Idealfall beides, denn doppelt hält im Falle eines Kartenverlusts besser. Da gebührenpflichtige Bargeldabhebungen vor allem im Nicht-EU-Ausland an deinem Budget knabbern, solltest du sie schon allein für bargeldloses Zahlen rechtzeitig beantragen. Bei einem guten Studierendenkonto ist eine Visa Debit meist ohnehin enthalten.

Die Checkliste für eine geeignete Bezahlkarte im Ausland:

  • Weltweites gebührenfreies Bezahlen und kostenloses Geldabheben im EU-Ausland sowie in Nicht-EU-Ländern
  • Möglichst Visa- oder Mastercard-Logo für flächendeckende Akzeptanz weltweit
  • Keine oder nur geringe Jahresgebühren
  • Hoher Verfügungsrahmen (meist nur mit Kreditkarten, da Debitkarte auf Kontoguthaben und Disporahmen begrenzt ist)
  • Zusatzleistungen wie enthaltene Reisekranken-, Reiserücktritts- und Mietwagenversicherungen (meist nur mit Kreditkarten, nicht Debitkarten möglich)

Stolperfallen bei der Auswahl von Bezahlkarten

Lass dich nicht zu schnell von Spezialangeboten für Studierende oder Schüler:innen locken, denn wo „Sonderangebot“ draufsteht, können versteckte Kosten drinstecken. Prüfe und vergleiche stattdessen Kartenanbieter und Banken und lass dich im Zweifelsfall vor Ort beraten. Versteckte Kosten können etwa durch hohe Kontoführungs- oder Kartengebühren, Gebühren für Bargeldabhebungen oder hohe Fremdwährungsentgelte entstehen.

Online oder persönlich: Welche Bank passt zu dir?

Ob du dich nun für eine Filialbank oder für eine Direktbank entscheidest, mehr oder weniger Vor- oder Nachteile hast du nicht. Der Hauptunterschied liegt darin, dass Filialbanken regional verankert oder überregional durch Filialen vernetzt sind, während Direktbanken als reine Online-Banken fungieren. Laut einer Bitkom-Studie von 2024 bevorzugten ganze 71 Prozent der befragten 16- bis 29-Jährigen sogar Onlinebanken. Unter allen Befragten waren es immerhin 54 Prozent, die sich für eine digitale Bank entscheiden würden.

Die Vorzüge von Direktbanken liegen meist in niedrigeren Kosten dank kostenloser Kontoführung, Gratis-Bezahlkarten sowie hoher Flexibilität durch Banking-Apps und Online-Banking. Hier hinken Filialbanken stellenweise hinterher, bieten dafür jedoch persönliche und individuelle Betreuung vor Ort.

Welche Rollen spiele Bonität und Schufa?

Viele Banken setzen für die Kontoeröffnung oder Kreditkartenbeantragungen einen positiven Schufa-Eintrag voraus. Eine positive Schufa zeigt, dass du Zahlungsverpflichtungen pünktlich nachkommst, Verträge einhältst und Schulden oder Zahlungsausfälle vermeidest. Eine gute Bonität erleichtert die Kontoeröffnung samt Girocard oder Debitkarte und erhöht deine Chancen auf eine Kreditkarte – auch für Studierende.

Mit der richtigen Bezahlkarte alle Karten in der Hand

Wenn du die wichtigsten Dos & Don‘ts beachtest, kann bei der Nutzung von Bezahlkarten nichts schiefgehen. Dazu zählen die sichere Aufbewahrung von Karten samt PIN, die Prüfung auf versteckte Kosten und eine breite Kartenakzeptanz. Ebenso wichtig ist es, an eine Zweitkarte für Auslandsaufenthalte zu denken, den Disporahmen nicht unnötig auszureizen und Kreditkartenabrechnungen möglichst vollständig zu begleichen. Studierende und Schüler:innen lernen dadurch frühzeitig Selbstbestimmung und Verantwortung im Umgang mit Geld und Finanzen.