Belege für die Evolution

Lange war die Existenz von Evolution und den damit zusammenhängenden Prozessen eine absurde Vorstellung, die von den Gelehrten der Welt verleugnet wurde. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass die Akzeptanz von Evolution bedeutet zu akzeptieren, dass der Mensch und alle anderen Lebewesen ein und denselben Vorfahren haben und keine göttliche, herauszuhebende Schöpfung ist. Erst im Laufe der Zeit und durch viele neue wissenschaftliche Methoden und archäologische Funde wurde ein gemeinsamer Ursprung der Lebewesen immer fundierter.

Verschiedene wissenschaftliche Disziplinen haben in der Vergangenheit Untersuchungsergebnisse und Erkenntnisse zusammengetragen, welche die Idee der Evolution unterstützen und belegen. Einige dieser Belege werden hier dargestellt und erläutert.

Mosaikformen als Beleg für die Evolution

Fossile Funde von ausgestorbenen Tieren und auch einige rezente, also noch lebende Tiere, weisen einige Merkmale von eigentlich getrennten Tiergruppen auf. Dies lässt den Schluss zu, dass sich Lebewesen verschiedener Verwandtschaftsgruppen aus demselben Organismus entwickelt haben. Ein ausgestorbenes Tier ist der Archaeopteryx, der Urvogel. Seine Knochen wurden unter anderem auch in Deutschland gefunden. Er besaß sowohl Merkmale von Reptilien als auch von Vögeln und gilt daher als Übergangsform zwischen diesen Großgruppen. Eine weitere, auch heute noch lebende (rezente) Mosaikform ist das Schnabeltier. Es besitzt überwiegend Merkmale von Reptilien und Säugetieren und sogar einige vogelähnliche Merkmale.

Homologien als Beleg für die Evolution

Als Homologien bezeichnet man gleichwertige oder ähnliche Strukturen bei verschiedenen Lebewesen im Bauplan. Homologe Organe oder Strukturen erfüllen dabei nicht zwingend dieselbe Funktion. Um homologe Organe oder Merkmale zu erkennen, gibt es drei Kriterien, von denen mindestens eines erfüllt sein muss.

Die drei Kriterien lauten:

  • Kriterium der Lage:
    Dieses Kriterium besagt, dass Organe homolog sind,
    wenn sie an Orten im oder am Körper liegen, die einem vergleichbaren Gefüge-System angehören. Damit ist nicht gemeint, dass eine optische Ähnlichkeit vorliegen muss, sondern durchaus auch Verschmelzungen oder Reduktionen zum Beispiel von Knochenteilchen erfolgen kann. Entscheidend ist stattdessen die Lagebeziehung der einzelnen Bestandteile zueinander.
  • Kriterium der Kontinuität:
    Dieses Kriterium besagt, dass homologe Organe oder Merkmale durch Zwischenformen oder Übergangsformen miteinander verknüpft sind, es also Lebewesen gibt, bei denen die Organe oder Merkmale nur zum Teil eine Funktionsänderung durchlaufen haben.
  • Kriterium der speziellen Struktur/Kriterium der spezifischen Qualität:
    Bei diesem Kriterium geht es darum, dass Organe und Merkmale unter einer bestimmten Voraussetzung auch homolog zueinander sein können, wenn ihre Lage nicht übereinstimmt. Diese Voraussetzung ist, dass sie in anderen, zahlreichen Einzelheiten übereinstimmen müssen, wie zum Beispiel einem sehr komplexen strukturellen Aufbau.

Das Thema Homologien als Beleg für die Evolution kannst du dir nochmal in diesem Lernvideo erklären lassen!

Homologien – Beweise für die Evolution – Ontogenese-Biochemisch&Molekular-Parasiten | Evolution 21

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Weitere Belege für die Evolution

Analogien

Analoge Organe oder Merkmale beruhen im Gegensatz zu Homologien nicht auf einem ähnlichen Bauplan, sondern auf einer ähnlichen Funktion. Diese Merkmale sind nicht durch einen gemeinsamen stammesgeschichtlichen Ursprung, sondern durch ähnlichen Selektionsdruck entstanden. Man spricht hier auch von einer konvergenten Entwicklung der Organe oder Merkmale.

Rudimente

Als Rudimente werden Organe oder Merkmale bezeichnet, die sich im Verlauf der Evolution zurück gebildet haben und meistens keine Funktion mehr erfüllen. Zum Teil haben sind die Organe nur nicht mehr so ausgeprägt wie in der Vergangenheit (zum Beispiel Weisheitszähne, Reste des Beckengürtels bei Walen oder Reste des Schulter- und Beckengürtels bei der Blindschleiche).

Atavismen

Als Atavismen werden Organe oder Merkmale bezeichnet, die im Verlauf der Evolution zurückgebildet worden sind, bei einzelnen Individuen aber wieder auftreten können. Die Gene dieser Merkmale sind in der DNA noch vorhanden, häufig jedoch durch eine einfache Abschaltung reguliert. Kommt es aber zum Beispiel in dem regulatorischen Gen zu einer Mutation, kann es passieren, dass diese Organe oder Merkmale wieder ausgebildet werden (zum Beispiel überzählige Brustwarze, fellartige Behaarung oder ein verlängertes Steißbein).

Molekularbiologie

Auch viele molekularbiologische Erkenntnisse bestätigen die Theorien, dass alle Lebewesen aus einer gemeinsamen Urform entstanden sind. So ist der genetische Code universell und bei allen Lebewesen identisch und Adenosintriphosphat (ATP) der universeller Energieträger aller Organismen. Auch der Ablauf der Proteinbiosynthese gleicht sich bis auf einige Aspekten und bei allen Lebewesen werden die gleichen 20 Aminosäuren bei der Synthese der Proteine verwendet.

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