Populationswachstum

Das Populationswachstum und die daraus resultierende Größe der Population einer Art hängt von der Größe der Umweltkapazitäten oder Kapazitätsgrenzen ab. Darunter versteht man die größtmögliche Anzahl an Individuen einer Art, die langfristig in einem Lebensraum überleben kann. Sie wird bestimmt durch Angebot und Verfügbarkeit limitierter Ressourcen.

Im Laufe der Evolution haben sich bei viele Arten verschiedene Strategien zur Fortpflanzung und Vermehrung herausgebildet. Bakterien und Einzeller vermehren sich häufig über die Parthenogenese, ein Individuum teilt sich also und es bilden sich zwei Tochterzellen. Die Individuenanzahl verdoppelt sich also mit jeder Generation so lange, bis eine limitierte Ressource, zum Beispiel Nahrung, aufgebraucht ist.

Eukaryoten vermehren sich nicht durch Teilung, sondern durch sexuelle Fortpflanzung. Viele dieser Arten leben außerdem in mehr oder weniger großen Populationen und Lebensgemeinschaften, weshalb fast alle zur Verfügung stehenden Ressourcen begrenzt sind. Um die Umweltkapazität bestmöglich zu nutzen, haben sich zwei Fortpflanzungsstrategien herausgebildet:

Du kannst dir die Themen r- und k-Strategien in diesem Video erklären lassen, oder du liest sie dir in diesem Artikel durch!

K-Strategen & R-Strategen – Fortpflanzungsstrategien – Strategien der Vermehrung einfach erklärt

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r-Strategen

Die r-Strategen (r = Reproduktionsrate der Art) erzeugen bei der Fortpflanzung einen Überschuss an Nachkommen. Viele dieser Nachkommen fallen jedoch dem Umweltwiderstand zum Opfer, werden also von Räubern gefressen oder verhungern/erfrieren/etc., bevor sie selbst ins fortpflanzungsfähige Alter kommen. Arten, die den r-Strategen angehören, leben häufig in einer sehr wechselhaften Umwelt, weshalb es sehr von Vorteil ist, viele Nachkommen zu haben, da mit ihnen auch die Möglichkeit einer vorteilhaften Mutation steigt und die Population so insgesamt variabler auf Umweltbedingungen reagieren kann. Die Körpergröße ist häufig relativ gering und die Lebensdauer kurz. Elterntieren betreiben kaum bis wenig Brutpflege, sodass der Nachwuchs sehr schnell entwöhnt und auf sich selbst gestellt ist. Die Konkurrenzkraft dieser Arten ist meist gering, ebenso die Ortstreue, da sich die Arten, statt sich auf die Konkurrenz einzulassen, eher an eine andere ökologische Nische anpasst. Aufgrund der vielen Umweltfaktoren, denen diese Arten nichts entgegen zu setzen hat außer eine hohe Nachkommensrate und damit die Fähigkeit, sich schnell neuen Bedingungen anzupassen, schwanken die Populationsgrößen sehr.

K-Strategen

Im Gegensatz dazu produzieren K-Strategen (K = Kapazitätsgrenze des Ökosystems) nur wenige Nachkommen, in die viel Zeit bei der Schwangerschaft und bei der Brutpflege investiert wird. Diese Nachkommen haben meist eine hohe Überlebensfähigkeit und sind langfristig an konstante Umweltbedingungen angepasst. Das wirft bei vielen K-Strategen heutzutage ein großes Problem auf, da viele Lebensräume für Tiere zerstört werden, die Arten aber nicht in der Lage sind, sich angemessen schnell an eine neue ökologische Nische anzupassen. Die Körpergröße dieser Tiere ist häufig relativ groß, genauso wie die Lebensdauer der Individuen. K-Strategen sind häufig konkurrenzkräftig, da sie sehr gut an ihren jeweiligen Lebensraum angepasst sind und dementsprechend ortstreu. Die Populationsgrößen schwanken wesentlich weniger als bei den r-Strategen, wobei Umweltaspekte wie Wilderei oder die großflächige Zerstörung der Lebensräume nicht mit bedacht werden.

Zum Abschluss des Thema findest du hier noch ein nützliches Lernvideo zum Thema Populationswachstum!

Fortpflanzungsstrategien – Problematik der Abgrenzung – K-Strategen & R-Strategen – Abi-Aufgabe

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