Die Inhaltsangabe

Die Inhaltsangabe begegnet uns im Fach Deutsch sehr häufig. Anhand einer guten Inhaltsangabe demonstrierst du, dass du einen vorliegenden Text vollständig verstanden hast. Hierzu fasst du die wichtigsten Punkte des Texts kurz zusammen und gibst die Kernaussagen sinnvoll wieder. Da diese Art der Zusammenfassung eine wiederkehrende Aufgabe darstellt, schauen wir uns ihren Aufbau nachfolgend genauer an.

Hier lernst du, warum wir Inhaltsangaben schreiben und wie wir sie optimal strukturieren.

Inhaltsangabe


Aufbau einer Inhaltsangabe

Die grobe Gliederung der Inhaltsangabe unterteilt sich in Einleitung, Hauptteil und Schluss. In diesen Teilen kannst du verschiedene Informationen strukturiert zusammenfassen und wiedergeben.

Die Einleitung

Eine gute Einleitung deines Texts ist wichtig. Sie liefert einen Überblick über das vorliegende Material und bietet einen ersten Zugang zur Thematik. Die Einleitung orientiert sich an einem spezifischen Rahmen und bedient sich immer der gleichen Informationen.

Folgende Punkte stehen in der Einleitung einer Inhaltsangabe:

  • Titel des Ausgangstexts und dessen Verfasser
  • Das Erscheinungsjahr. Nimm bei Bedarf eine literaturgeschichtliche Einordnung vor.
  • Textart (beispielsweise Kurzgeschichte, Gedicht, Roman, Zeitungsartikel, Filmskript)
  • Auskunft über Quellen des Texts (zum Beispiel: Buch, Zeitschrift, Sammelband, Internet)
  • Nimm Bezug auf das Thema oder das Problem, mit dem sich der Text beschäftigt
  • Eine Kernthese zu der Grundaussage des Autors / des Texts

Der Hauptteil

Im Hauptteil gibst du den eigentlichen Inhalt des Texts wieder. Du fasst den Handlungsverlauf oder die Gedankengänge des Verfassers zusammen und präsentierst sie dem Leser. Geh hierbei zudem auf den Handlungsort sowie den Handlungszeitraum ein. Nimm außerdem Bezug zu den vorkommenden Personen und ihren Beziehungen zueinander.

Die Länge deiner Inhaltsangabe variiert entsprechend der Länge des Ausgangstexts. Wenn du dir nicht sicher über die geforderte Länge bist, frag im Notfall deinen Lehrer oder Prüfer.

Achte darauf, dich auf die wesentlichen Punkte zu beschränken und diese sinnig aufeinanderfolgend zu erwähnen.

Folgende Fragen werden im Hauptteil deiner Inhaltsangabe beantwortet:

Wann findet die Handlung des Textes statt?

  • In welchem Jahr?
  • Welche Jahreszeit?
  • Welche Tageszeit?
  • Dauer der Handlung?
  • Laufen Handlungen zeitlich parallel ab?
  • Gibt es Sprünge zwischen Zukunft und Vergangenheit?

Wo findet die Handlung statt?

  • In welchem Land / Kontinent (kann auch fiktiver Ort sein)?
  • Welche Handlungsorte kommen im Text vor?

Wer ist Teil der Handlung?

  • Falls vorhanden: Wer ist der Hauptcharakter?
  • Welche wichtigen Personen kommen vor?
  • Wie sind die Personen miteinander verknüpft?
  • Verändert sich die Verknüpfung der Personen während der Handlung?

Was passiert in der Handlung?

  • Um welche Handlung dreht sich der Text?
  • Gibt es Nebenhandlungen?
  • Wendet sich die Handlung an einer bestimmten Stelle?

Der Schluss

Im Schlussteil fasst du deine Zusammenfassung im Grunde nochmals zusammen. Klingt doppelt gemoppelt – ist es auch. Jedoch hilft dein Schlussteil dabei, das Gelesene noch einmal zu verinnerlichen und die Kernaussagen zu behalten.

Gehe hierzu erneut auf die Kernthese ein, die du in deiner Einleitung formuliert hast. Dort hast du eine Aussage darüber getroffen, wovon der Text handelt. Wiederhole diese Aussage im Schlussteil und erwähne anschließend die wichtigsten zwei bis drei Punkte deiner Inhaltsangabe.

Darauf aufbauend kannst du auf die Intention des Autors eingehen. Was möchte der Autor gemäß den herausgearbeiteten Punkten mit seinem Text sagen?


Wie schreibe ich eine Inhaltsangabe

Wie bei allen anderen Textformen, beachten wir auch hier bestimmte Regeln.

Achte darauf, dass du deine Inhaltsangabe im Präsenz schreibst. Unabhängig vom Tempus im Ausgangstext wechselst du hierbei nicht die Zeitform. Nur bei der Vorvergangenheit darfst du das Perfekt benutzen. Wichtig ist, dass du innerhalb deines Texts keinen versehentlichen Wechsel vornimmst. Lies deinen Text am Ende mit einem besonderen Augenmerk hierauf nochmals durch und prüfe die Zeitform.

Kommt im Ausgangstext direkte Rede vor, baust du diese als indirekte Rede in deine Inhaltsangabe ein. Verwende Zitate oder wörtliche Aussagen stets umformuliert. Um zu unterstreichen, dass es sich um die Ansicht des Autors handelt, kannst du den Konjunktiv nutzen. Vermeide es, ausschließlich „dass“-Formulierungen zu verwenden. Denn dies führt zu unnötigen Dopplungen und stört den Lesefluss.

Wie gebe ich einen Satz in eigenen Worten wieder?

  • Textstelle: „Inhaltsangaben sind grundlegend für das Textverständnis.“
  • Der Autor betont, dass Inhaltsangaben grundlegend für das Textverständnis seien.
  • Dem Autor zufolge seien Inhaltsangaben grundlegend für das Textverständnis.

Halte dich bei der Inhaltsangabe an die dritte Person und formuliere sie nicht in der Ich-Form. So stellst du sicher, dass du nicht deine eigene Meinung oder Perspektive wiedergibst, sondern die des Autors.

Nutze Konjunktionen in einem angemessenen Umfang. Diese bringen Bedeutungszusammenhänge zum Ausdruck. Auf diese Weise helfen sie dir, die wichtigsten Punkte des Texts strukturiert wiederzugeben.

Beispiel

  • …während
  • Obwohl…
  • …, weil
  • …als

Tipps und Tricks zur Inhaltsangabe

Um eine gelungene Inhaltsangabe zu verfassen, solltest du bestimmte Hinweise beachten.

Schreibe bei dieser Art von Text objektiv und neutral und verwende sachliche Sprache. Ausschmückungen mithilfe von Adjektiven oder Bildsprache sind bei der Inhaltsangabe unerwünscht.

Nimm keine persönliche Wertung vor. Wir erinnern uns: Es geht darum, die wesentlichen Aspekte des Ausgangstexts zusammen zu fassen. Deine eigene Meinung ist an dieser Stelle nicht gefragt.

Achte darauf, den Inhalt in eigenen Worten wiederzugeben. Formuliere Textstellen um, bevor du sie niederschreibst. Übernimm keine ganzen Sätze oder Satzteile unverändert in deinen Text.

Sorge für Orientierung anhand eines roten Fadens. Fasse den Ausgangstext hierzu geordnet zusammen. Du musst den Inhalt nicht in chronologischer Weise wiedergeben. Ganz im Gegenteil: Wenn ein zusammenhängender Punkt an verschiedenen Textstellen auftaucht, fass diesen in deiner Inhaltsangabe zusammen. Auf diese Weise veranschaulichst du dein Verständnis für den Inhalt.


Häufige Fragen zu Inhaltsangaben

Wie lang sollte eine Inhaltsangabe sein?

Die Länge deiner Inhaltsangabe ist abhängig von der Länge des Ausgangstextes, kann jedoch nicht auf eine genaue Wortanzahl heruntergebrochen werden. Auch in kürzeren Texten können viele Handlungsorte oder Personen vorkommen, sodass eine Inhaltsangabe proportional gesehen zum Ausgangstext lang erscheint. Andersherum gibt es Texte, die sehr lang sind, in denen aber nur wenig „passiert“. Dort wäre es eine kurze Inhaltsangabe zu einem langen Text.

Solltest du dir nicht sicher sein, ob deine Inhaltsangabe umfangreich genug geworden ist, kannst du jederzeit deinen Lehrer um Rat fragen.

In welcher Zeitform wird eine Inhaltsangabe geschrieben?

Eine Inhaltsangabe wird immer im Präsens geschrieben. Jedoch gibt es Ausnahmefälle: Wird im Ausgangstext in Vergangenheitsform geschrieben, so darfst du an dieser Stelle den Inhalt im Perfekt wiedergeben.

Was gehört NICHT in eine Inhaltsangabe?

Ganz wichtig: Deine persönliche Meinung zu dem Ausgangstext darf sich nicht in der Inhaltsangabe wiederfinden! Es geht wirklich ausschließlich um den Inhalt des Ausgangstextes.

  • Zitate
  • Unwichtige Handlungen
  • Direkte Rede
  • Charakterisierungen
  • Interpretationen
  • Analysen
  • Unsachliche Sprache

Zur Abrundung des Themas Inhaltsangabe solltest du dir das Lernvideo von der Merkhilfe anschauen!

Wie schreibe ich eine Inhaltsangabe / Zusammenfassung? – Texte wiedergeben/ zusammenfassen

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