Kabale und Liebe (Friedrich Schiller) – Zusammenfassung

„Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller ist ein bürgerliches Trauerspiel des Sturm und Drang, das am 15. April 1784 in Frankfurt am Main uraufgeführt wurde.

Das Drama handelt von Ferdinand von Walters und Luise Millers Liebesgeschichte. Durch eine von Ferdinands Vater inszenierte Intrige („Kabale“) endet die Liebe zwischen den beiden und gipfelt in Luises und Ferdinands Tod.

Die von Schiller durch das Drama ausgesprochene Kritik am Standesgegensatz zwischen Bürgertum und Adel hielt den damaligen Herrschern den Spiegel vor. So verwundert es nicht, dass Schillers Stück in seiner Heimat in Missgunst gefallen ist.

Im Folgenden Artikel möchten wir dir helfen, die wesentlichen Inhalte des Dramas zu erschließen und die wichtigsten Charaktere kennen zu lernen.

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Inhaltsangabe zu Kabale und Liebe

Kabale und Liebe – Einblick & Einstieg in das Werk – Inhalt / Zusammenfassung / Unterrichtseinstieg

Kabale und Liebe Video

 

Das Drama spielt am Ende des 18. Jahrhunderts in einer süddeutschen Residenzstadt. Der schwärmer1ische junge Adelige Ferdinand von Walter und die tugendhafte Bürgertochter Luise Miller haben sich ineinander verliebt, obwohl sie unterschiedlichen Ständen angehören.

Doch ihre Liebe stößt von mehreren Seiten auf Widerstand. Da ist zum einen Luises patriarchalischer Vater, ein einfacher Musikant, der seine Tochter zwar aufrichtig liebt, aber der Beziehung dennoch seine Zustimmung verweigert. Er glaubt nicht, dass Ferdinand seine Tochter ernsthaft heiraten will, und fürchtet daher um den Ruf seiner Familie. Zum anderen will auch Ferdinands ebenso ehrgeiziger wie skrupelloser Vater, Präsident von Walter, der am Hof eine sehr bedeutende Stellung einnimmt, die Beziehung der beiden beenden. Nach seinem Willen soll sein Sohn Lady Milford, die Mätresse des Fürsten, heiraten, um so den Einfluss seiner Familie bei Hofe zu sichern. Zusammen mit seinem Sekretär Wurm, einem Aufsteiger aus dem Bürgertum, der Luise zur Frau gewinnen will, möchte er die beiden auseinandertreiben.

Ein erster Versuch des Präsidenten, die Liebenden zu trennen, erweist sich als Fehlschlag. Daraufhin entwickelt der Menschenkenner Wurm eine Intrige („Kabale“): Auf Luise soll Druck ausgeübt werden, damit sie einen falschen Liebesbrief an eine dritte Person schreibt, mit dem Ferdinand eifersüchtig gemacht werden soll. Außerdem soll sie einen Eid ablegen, darüber zu schweigen. Der Plan gelingt, weil es zeitgleich einen Bruch im Verhältnis von Luise und Ferdinand gibt: Während Ferdinand nur noch für seine Liebe lebt, fühlt sich Luise auch an die bürgerlichen Wertvorstellungen ihres Elternhauses gebunden. Sie zweifelt an der Beziehung, lehnt es ab, mit Ferdinand zu fliehen, und vertröstet sich auf ein gemeinsames Leben im Jenseits. Ferdinands schwärmerische Liebe schlägt daraufhin um in Hass und Rachegefühle. Er vergiftet sich und Luise, die ihn im Sterben über die Kabale aufklärt und ihm und seinem Vater vergibt. Bevor er selbst stirbt, verzeiht auch Ferdinand seinem Vater, der sich in die Hände der weltlichen Gerichtsbarkeit begibt.

(Auszug aus dem Kapitel „Der Inhalt im Überlick“ aus EinFach Deutsch… verstehen: Friedrich Schiller: Kabale und Liebe, erschienen im Bildungshaus Schulbuchverlage Westermann Schroedel Diesterweg Schöningh Winklers GmbH)

 

Kabale und Liebe Full Width

Übersicht wichtiger Charaktere

Ferdinand von Walter

  • ist 20 Jahre alt
  • einziger Sohn des Präsidenten
  • studierter Major beim Militär
  • stellt politische- und soziale Ordnung infrage (Merkmale des Sturm und Drang)
  • verstößt mit Beziehung zu Luise gegen Standesschranken

Luise Miller

  • 16-Jährige Bürgertochter
  • ist unverheiratet und ohne Anstellung
  • verfügt über wenig Bildung, Ferdinand zeigt ihr die Welt der Romane
  • ist ihrem Vater unterwürfig
  • fühlt sich, anders als Ferdinand, neben ihrer Liebe an weitere Verpflichtungen gebunden

Präsident von Walter

  • 50-jähriger alleinstehender Adeliger
  • steht an der Spitze der Verwaltung des Fürstentums
  • Werte und Normen sind ihm gleichgültig -> ist durch Attentat auf Vorgänger an seine Macht gelangt
  • versucht mit einer Intrige (Kabale) Ferdinand und Luise zu trennen
  • zeigt am Ende des Dramas Reue und lässt sich gefangen nehmen

Vater Miller

  • verheirateter Vater von Luise
  • ist ein Stadtmusikant und versorgt mit Einkommen die Familie
  • gefangen im ständischen Denken (Adel und Bürgertum sind getrennt)
  • stolz auf seine Bürgerlichkeit
  • sieht seine Frau nicht als gleichberechtigte Partnerin
  • sperrt sich gegen Luises und Ferdinands Beziehung
  • verletzt am Ende des Dramas eigene Prinzipien -> großzügiges Geldgeschenk lässt ihn unbescheiden werden

(gekürzter Auszug des Kapitels „Der Blick auf die Figuren“ in EinFach Deutsch… verstehen: Friedrich Schiller: Kabale und Liebe, erschienen im Bildungshaus Schulbuchverlage Westermann Schroedel Diesterweg Schöningh Winklers GmbH)

Personenkonstellation

 

Personenkonstellation Kabale und Liebe

(gekürzter Auszug aus Kapitel „Die Personenkonstellation“ in EinFach Deutsch… verstehen: Friedrich Schiller: Kabale und Liebe, erschienen im Bildungshaus Schulbuchverlage Westermann Schroedel Diesterweg Schöningh Winklers GmbH)

Kurzbiographie Friedrich Schiller

Friedrich Schiller wurde am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geboren. Seine Jugend verbracht er im absolutistisch regierten Baden-Württemberg. Herzog Carl Eugen regierte zur damaligen Zeit über ca. 600.000 Einwohner. Seine Verehrung des „Sonnenkönigs“ findet sich vor allem im Bau des Luftschloss Solitude bei Stuttgart und der dort ansässigen Karlsschule wieder. Diese wurde gegründet um eine funktionierende Landeselite auszubilden, die dem Herzog verpflichtet war. 1773 wurde Friedrich Schiller vom Herzog an die Karlsschule beordert, um ein Jurastudium zu absolvieren. 1775 wurde die Karlsschule nach Stuttgart verlegt und Schiller durfte Medizin studieren. Nach seiner Dissertation „Versuch über den Zusammenhang der tierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen“ wurde er Militärarzt in Stuttgart.

Aufgrund seiner Tätigkeit als Militärarzt veröffentliche Schiller sein erstes Werk „Die Räuber“ unter einem Synonym. Auf Wunsch von Heribert von Dalberg, Intendant des angesehen Nationaltheaters im kurpfälzischen Mannheim, erarbeitete er eine Bühnenfassung des Stücks. Die Uraufführung im Jahr 1782 wurde zum Erfolg und machte Schiller mit einem Schlag bekannt.

Durch ein Verbot des Herzogs schriftstellerischen Tätigkeiten nachzugehen, galt Schiller in Baden-Württemberg als Deserteur. Dies zwang ihn zur Flucht nach Thüringen. Im Jahr 1783 reiste Schiller wieder nach Mannheim, wo er von von Dalberg als Theaterdichter angestellt wurde. Durch einen nicht verlängerter Vertrag am Theater und eine Einladung von wohlsituierten Verehrern zog es Schiller schließlich in den Osten. Dort nahm er im Jahr 1789 eine Professur als Historiker in Jena an.

1790 heiratete er Charlotte von Lengefeld. Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor.

In Jena befand sich Schiller unweit Weimars und in der Nähe Goethes, mit dem Schiller befreundet sein wollte. Ab 1794 begann der Austausch der beiden Dichter, aus dem sich die von Schiller ersehnte Freundschaft entwickelte. Diese Freundschaft trug maßgeblich zur Entstehung der Weimarer Klassik bei.

Bis zu seinem Tod am 09.05.1805 verfasste Schiller die berühmten Dramen „Wallenstein“ und „Maria Stuart“.

(gekürzter Auszug des Kapitels „Hintergründe in EinFach Deutsch… verstehen: Friedrich Schiller: Kabale und Liebe, erschienen im Bildungshaus Schulbuchverlage Westermann Schroedel Diesterweg Schöningh Winklers GmbH)

Kabale und Liebe Full Width

Zeitgeschichtliche Einordnung

Schillers Lebenszeit deckt sich mit der Endphase des Römischen Reiches Deutscher Nation. Neben dem deutschen Kaiser als zentrale Instanz wurden einzelne Territorialstaaten, wie zum Beispiel Preußen, Bayern oder Württemberg von Landesherren regiert. Ihre Regierungsweise lässt sich als absolutistisch bezeichnen, ihnen ging es also um eine möglichst uneingeschränkte Machtstellung innerhalb ihrer Gebiete. Diese bauten sie mit eigenen Armeen, ihrer eigene Justiz und ein auf sie zugeschnittenen Verwaltungsapparat aus.

Mit „Kabale und Liebe“ kritisiert und verarbeitet Schiller die absolutistischen Zeiten unter einem dieser Landesherren: Herzog Carl Eugen.

Hinweise zum Artikel

Dieser Artikel ist eine deutlich gekürzte Fassung. Eine umfangreiche und weitaus detailliertere Analyse zum bürgerlichen Trauerspiel „Kabale und Liebe“ findet ihr hier. In der Lektürenhilfe findet ihr weitere Hintergründe zu allen Szenen, Eigenschaften von Charakteren und viel nützliches Wissen über „Kabele und Liebe“!

Veröffentlich am 11.04.2019, zuletzt aktualisiert: 13.09.2019 von StudyHelp